Schallschutzklassen nach VDI 2719
Die Richtlinie VDI 2719 teilt Fenster in sechs Schallschutzklassen ein. Jede höhere Klasse steht für rund 5 dB mehr Schalldämmung. Weil das Gehör logarithmisch arbeitet, empfinden die meisten Menschen eine Minderung um 10 dB etwa als Halbierung der Lautstärke.
Die Klasse bezieht sich auf das eingebaute Fenster als Ganzes. Welche Klasse Sie brauchen, hängt vom Außenlärm, von der Nutzung des Raumes und vom Anspruch an Ruhe ab.
- SSK 1 und 2: ruhige Wohnstraßen, Standard bei modernen Fenstern
- SSK 3: Straßen mit spürbarem Verkehr
- SSK 4: stark befahrene Hauptstraßen und Bahnlinien
- SSK 5 und 6: sehr hohe Belastung, etwa direkt an Schnellstraßen
So funktioniert Schallschutzglas
Schallschutzverglasungen arbeiten mit unterschiedlich dicken Scheiben. Jede Scheibe schwingt bei einer anderen Frequenz, deshalb überträgt das Glaspaket weniger Schall als zwei gleich dicke Scheiben. Verbundglas mit speziellen Schallschutzfolien und eine abgestimmte Gasfüllung im Scheibenzwischenraum verbessern den Effekt.
Das Glas ist aber nur ein Teil. Rahmen, umlaufende Dichtungen und Beschläge müssen mithalten, denn schon kleine Undichtigkeiten lassen Schall durch. Höhere Klassen brauchen deshalb stabile Profile und einen kräftigen Anpressdruck der Flügel.
Von außen sieht man einem Schallschutzfenster seine Wirkung nicht an. Die Unterschiede liegen im Aufbau von Glas und Profil. Lassen Sie sich die Schallschutzklasse deshalb im Angebot schriftlich ausweisen.
Typische Lärmquellen in Kiel und Hamburg
In beiden Städten liegen viele Wohnungen an stark befahrenen Straßen, in Hafennähe, an Bahnstrecken oder unter Anflugrouten. Jede Lärmquelle klingt anders: Straßenverkehr erzeugt viele tiefe Töne, Bahnen kurze laute Spitzen, Hafenbetrieb oft auch nächtliche Geräusche. Die passende Verglasung richtet sich danach, welcher Lärm überwiegt und welche Räume betroffen sind.
Oft müssen nicht alle Fenster eine hohe Klasse haben. Schlafzimmer zur Straße brauchen mehr Schutz als die Küche zum Garten. Beim kostenlosen Aufmaß legen wir die Klasse für jeden Raum fest, so zahlen Sie nur für den Schallschutz, den Sie tatsächlich brauchen.
Bei Bahn- und Fluglärm kommen die Geräusche oft gebündelt zu bestimmten Zeiten. Für Schlafräume lohnt sich dann eine höhere Klasse, auch wenn der Pegel über den Tag gemittelt moderat erscheint.
Worauf es beim Einbau ankommt
Eine undichte Fuge, ein ungedämmter Rollladenkasten oder ein einfacher Wandlüfter kann den Schallschutz des besten Glases zunichtemachen. Deshalb montieren wir nach RAL-Leitfaden und dichten die Anschlussfuge vollständig ab. Vorhandene Schwachstellen wie alte Rollladenkästen sprechen wir beim Aufmaß offen an.
Auch Lüftungsöffnungen spielen eine Rolle. Wer bei geschlossenem Fenster lüften möchte, braucht schallgedämmte Lüfter, sonst kommt der Lärm auf diesem Weg herein. Bei hohen Klassen prüfen wir außerdem die Außenwand, denn ein Fenster kann einen Raum nicht leiser machen, als es die Wand zulässt.
Schallschutz und Wärmeschutz lassen sich gut kombinieren. Schallschutzverglasungen gibt es als Dreifachglas, sodass Sie mit einem Fenstertausch beide Ziele erreichen.
Kosten und Förderung für Schallschutzfenster
Mit steigender Schallschutzklasse werden Glas und Beschläge aufwendiger, das wirkt sich auf den Preis aus. Weil wir die Klasse raumweise festlegen, bleibt der Aufpreis überschaubar. Orientierungswerte finden Sie in unserem Preisleitfaden unter /preise.
Schallschutzfenster können über die BEG mit 15 % Zuschuss vom BAFA gefördert werden. Für Fenster mit Sonderverglasung wie Schallschutzglas gilt ein Uw-Wert von höchstens 1,1 W/(m²K). Ein Energieeffizienz-Experte muss vor dem Antrag eingebunden werden, der Antrag ist vor Arbeitsbeginn zu stellen. Alternativ gibt es den Steuerbonus nach § 35c EStG, aber nicht für dieselbe Maßnahme.
Manche Städte und Flughäfen fördern zusätzlich Schallschutzmaßnahmen. Wir prüfen im Rahmen unseres Förder-Checks, ob für Ihre Adresse ein solches Programm infrage kommt.
